Geistliche Verführung

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Geistliche Verführung

Kennzeichen geistlicher Verführer

So spricht der Herr: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht, und dessen Herz vom Herrn weicht! (Jer 17,5)

Es gibt viele Bücher, Websites und andere Ressourcen, die über Personen und Organisationen informieren, die aus biblischer Sicht eindeutig als geistliche Verführer einzuordnen sind. Aber wie das alte Sprichwort sagt: „Gib einem Mann einen Fisch, und er hat einen Tag lang zu essen. Gib einem Mann ein paar Fische, und er hat ein paar Tage zu essen. Lehre den Mann das Fischen, und er hat ein Leben lang zu essen.“ Wir hoffen, dass dieser Artikel eine Hilfe ist, damit alle treuen Nachfolger biblisches Unterscheidungsvermögen entwickeln, um Methoden und Aktivitäten von Verführern zu durchschauen.

Es stimmt, dass wir das ganze Wort Gottes beachten müssen, aber wiederholten Hinweisen in der Schrift sollten wir besonders aufmerksam nachgehen. Indem der Heilige Geist gewisse Dinge in Gottes Wort mehr als einmal niederschreiben lässt - wie zum Beispiel die Bücher der Könige und Chronika im Alten Testament oder die Evangelien im Neuen Testament -, versucht er, unsere Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was von besonderer Bedeutung ist. Jedenfalls hat das Alte Testament ein besonderes Ereignis gleich drei Mal beschrieben, um es speziell hervorzuheben: Die Invasion von Juda durch den König von Assyrien (2König 18-19, 2Chronik 32 und Jesaja 36-37). Wir werden den Bericht in Jesaja genauer anschauen, um die Lehren daraus zu ziehen, wie Verführer im geistlichen Kampf vorgehen.

„Und es geschah im vierzehnten Jahr des Königs Hiskia, da zog Sanherib, der König von Assyrien, gegen alle feste Städte Judas herauf und nahm sie ein. Und der König von Assyrien sandte den Rabschake mit einer großen Heeresmacht von Lachis nach Jerusalem gegen den König Hiskia; und der Rabschake stellte sich bei der Wasserleitung des oberen Teiches an der Straße des Walkerfeldes auf. Da gingen zu ihm hinaus Eljakim, der Sohn Hilkijas, der über den Palast gesetzt war, und Schebna, der Schreiber, und Joach, der Sohn Asaphs, der Kanzleischreiber.“

Jesaja 36,1-3

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf die Details richten, werden wir sofort erkennen, welche Bedeutung das Auftreten des Rabschake „bei der Wasserleitung des oberen Teiches an der Straße des Walkerfeldes“ hat. Dies ist genau die gleiche Stelle, an der Jesaja stand, als er seine Botschaft über Gott, den König des Himmels, verkündete (Jesaja 7,3). Das macht Sinn, wenn man bedenkt, dass Täuschung als etwas definiert wird, was Falsches richtig erscheinen lässt. Verführer versuchen, sich mit Menschen, Orten und Dingen zu verbinden, die in der Vergangenheit rechtmäßig im Zusammenhang mit dem einen wahren Gott standen.

Anwendung: Verführer ahmen äußerlich Gottes Autorität und Gottes Handeln nach. Bevorzugt rücken sie sich in die Nähe der Wahrheit, um selbst als wahr zu gelten.

„Und der Rabschake sprach zu ihnen: Sagt doch dem Hiskia: So spricht der große König, der König von Assyrien: Was ist das für eine Stütze, auf die du vertraust? Ich erkläre es für leeres Geschwätz, wenn du sagst, du hättest Rat und Macht zum Krieg! Auf wen vertraust du denn, dass du dich gegen mich aufgelehnt hast? Siehe, du vertraust auf jenen geknickten Rohrstab, auf Ägypten, der jedem, der sich darauf stützt, in die Hand fährt und sie durchbohrt! So ist der Pharao, der König von Ägypten, für alle, die auf ihn vertrauen.“

Jesaja 36,4-6

Der erste Angriff besteht darin, Hiskias Ungehorsam anzusprechen, weil er einen Verteidigungspakt mit Ägypten geschlossen hatte. Gott hat nicht nur in seinem Wort verboten, Bündnisse mit heidnischen Nationen zu schließen, sondern Jesaja hatte bereits früher vor den Gefahren eines solchen Handelns gewarnt (Jesaja 30-31). Darüber hinaus steht Ägypten in der gesamten Schrift für das alte Leben, und das Volk Israel wird oft davor gewarnt, dass sie in ihr altes Leben zurückfallen, wenn sie nach Ägypten zurückkehren. Aber das Wichtigste an dieser Geschichte ist der geschickt gewählte Ausgangspunkt. Das Volk steht nicht nur an einem Ort, an dem der Prophet Jesaja vormals das wahre Licht von Gottes Wort verkündigte, sondern es wird unter anderem so empfänglich für die Angriffe des Verführers, weil dieser auf ihre realen und unleugbaren Sünden hinweist.

Anwendung: Auch wenn ein Verführer einige Wahrheiten in seiner Botschaft sagt und auf tatsächliche Sünden hinweist, bleibt er dennoch ein Verführer. Und wer Sünde in seinem Leben zulässt, wird fortwährend in der Gefahr stehen, einer geistlichen Verführung zu unterliegen.

„Wenn du aber zu mir sagen wolltest: »Wir vertrauen auf den HERRN, unseren Gott« – ist das nicht der, dessen Höhen und Altäre Hiskia beseitigt hat, indem er zu Juda und Jerusalem sagte: [Nur] vor diesem Altar sollt ihr anbeten?“

Jesaja 36,7

Hiskias Reformation bestand zum großen Teil darin, die Orte des Götzendienstes zu zerstören - das, was die Bibel als die „Höhen“ und „Altäre“ bezeichnet. Ferner unterwies Hiskia das Volk, den wahren Gottesdienst ausschließlich am Altar im Tempel zu verrichten. Die Menschen jener Zeit verbanden die jeweiligen Orte mit den „Göttern dieser Orte“ und glaubten, dass der jeweilige Gott über seinen jeweiligen Ort herrschte. Der Hinweis auf die Zerstörung dieser Orte und dem Gebot, dass wahrer Gottesdienst nur noch im Tempel ausgeübt werden durfte, zeigt das Unverständnis der Assyrer über Gottes Wege und die rechte Handlungsweise Hiskias diesbezüglich.

Anwendung: Verführer beginnen in einem ersten Schritt oft damit, dass sie den wahren Gottesdienst als unzureichend darstellen, um ihr falsches Glaubenssystem zu errichten. Darum sind die Inhalte eines Gottesdienstes wie beispielsweise die Musik von großer Bedeutung. Was als „eigenartige“ oder beunruhigende Veränderung im Gottesdienst beginnt, kann oft der Vorbote für eine größere Verführung sein, die auf die Gemeinde zukommt. Da ein Irrtum zum nächsten, größeren Irrtum führt, werden Verführer in den „kleinen“ Dingen wie Lobpreis beginnen, bevor sie die „größeren“ Verführungen einführen.

„Lass dich doch jetzt einmal ein mit meinem Herrn, dem König von Assyrien: Ich will dir 2000 Pferde geben, wenn du die Reiter dazu stellen kannst!“

Jesaja 36,8

Das ist ein interessantes Merkmal von Verführern. Weil sie von Natur aus nach materiellem Reichtum gierig sind, denken sie, dass alle anderen es auch sind. Allzu oft wird ihr Versuch, die Leute für sich zu gewinnen und zu manipulieren, erst viel zu spät offenkundig, oder man erkennt erst im Nachhinein das ganze Ausmaß der Manipulation im Handeln des Verführers. Das eigentliche Problem für die wahren Hirten des Volkes ist, dass manipulative Aktivitäten sich meistens gegen geistliche Führer des Volkes Gottes richten. Besonders bemerkenswert ist der Versuch der Manipulation in der vorliegenden Geschichte, denn Gott hatte in seinem Gesetz festgelegt, dass es dem König von Israel untersagt war, Pferde anzuhäufen (5Mose 17,15). In der antiken Welt wurden Pferde fast ausschließlich militärisch genutzt und spielten selten eine Rolle im Handel. Also war diese Verlockung in vieler Hinsicht gegen Gottes Wort gerichtet.

Anwendung: Die Gier der Verführer wird an ihrer Sucht nach materiellen Gütern deutlich. Sie sind mehr als glücklich, andere an ihrem Reichtum „teilhaben zu lassen,“ wenn sie andere dadurch manipulieren können.

„Wie wolltest du denn einem der geringsten Statthalter von den Knechten meines Herrn widerstehen? Doch du vertraust ja auf Ägypten, wegen der Streitwagen und Reiter! Nun aber – bin ich etwa ohne den Befehl des HERRN gegen dieses Land heraufgezogen, um es zu verderben? Der HERR selbst hat zu mir gesprochen: Ziehe hinauf in dieses Land und verderbe es!“

Jesaja 36,9-10

Hier erkennt man ein sehr interessantes Merkmal, was Verführer angeht. Sie erheben nie den Anspruch, in ihrem eigenen Interesse zu handeln, sondern sie behaupten jederzeit, dass sie im Willen Gottes und in Seiner Autorität handeln. Wie der Rabschake werden Verführer nie ein Problem damit haben, zu behaupten: „Gott sagte mir, dies zu tun.“ Im Falle von Assyrien ist dies besonders tragisch. Die Wahrheit ist, dass Gott sie als Werkzeuge des Gerichts benutzte und andere Nationen durch sie eroberte. Aber die Assyrer lernten ihre Lektion nicht an dem, was Gott durch sie an diesen Völkern vollzog. Und letztlich sollten sie das gleiche Gericht wie diese Völker erfahren, weil sie sich der gleichen Dinge wie die Nationen schuldig gemacht hatten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Personen einst einen legitimen und blühenden Dienst für Gott taten, ehe sie zu Verführern wurden. Einige Verführer waren von Anfang an auf dem falschen Weg, aber andere begannen gut und gingen später in die Irre. Sie unterliegen einer Selbsttäuschung, weil sie die Autorität ihres früheren Handelns auf ihr aktuelles, gottloses Tun projizieren.

Anwendung: Nur weil jemand behauptet, er spreche und handle in Übereinstimmung mit Gottes Willen und in Gottes Autorität (oder sogar in seinem Namen), bedeutet nicht, dass dies auch so ist. Nur weil Verführer früher einmal in Übereinstimmung mit Gottes Willen wandelten, heißt nicht zwangsläufig, dass alles, was sie heute tun, ebenfalls vor Gott in Ordnung ist.

Wollen wir im Zusammenhang mit Verführern die grundlegenden Warnzeichen festhalten:

• Verführer imitieren äußerlich Gottes Autorität und göttliches Handeln.
• Verführer werden einige Wahrheiten in ihren Botschaften übernehmen, um ihnen den Anschein von Glaubwürdigkeit zu vermitteln. Oft zeigen sie uns direkt und treffend unsere Sünden auf, damit sie uns dazu verführen können, dem verführerischen Rest ihrer Botschaft Glauben zu schenken.
• Verführer stellen oftmals den rechten Gottesdienst als falsch dar, um in weiteren Schritten ihr falsches Glaubenssystem einzuführen.
• Ein Indiz für Verführer ist ihre Gier nach materiellem Reichtum. Sie glauben, jeder sei so wie sie selbst.
• Verführer beginnen oft mit einem gesunden geistlichen Leben und glauben, dass ihre frühere Treue ihre aktuelle Untreue zudeckt. Oft glauben sie, dass ihre Autorität wirklich von Gott gegeben ist, weil sie selbst einer vollkommenen Täuschung unterliegen.


Erkennen Sie, wie viele dieser Eigenschaften sich so offenkundig in bekannten Verführern unserer Zeit zeigen wie Benny Hinn, C. Peter Wagner, Todd Bentley, Rick Warren. Viele dieser Personen haben tatsächlich gut begonnen, sie alle sprachen und handelten wie Christen; und es gab immer zumindest einige biblische Wahrheiten in ihren Lehren. Dennoch wurden sie nicht selten Opfer von ihrem Streben nach irdischem Reichtum und Macht. Sie veränderten den wahren Gottesdienst, um schließlich die wahre Botschaft des Evangeliums zu verwerfen. Denken Sie daran, dass wir nicht über völlig fremde Religionen sprechen, die sich gegen das Christentum richten, sondern es handelt sich um Menschen, die innerhalb der christlichen Gemeinde wirken und der Gemeinde ihre eigenen Vorstellungen aufzwingen wollen. Wie Rabschake interpretieren sie Gottes Wort nicht nur falsch, sondern sie verfälschen Gottes Wort in einer entsetzlichen Weise. Wir könnten hier eine lange Liste von modernen Verführern anführen.

„Da sprachen Eljakim, Schebna und Joach zu dem Rabschake: Rede doch mit deinen Knechten aramäisch, denn wir verstehen es, und rede nicht judäisch mit uns vor den Ohren des Volkes, das auf der Mauer ist! Da antwortete der Rabschake: Hat mich denn mein Herr zu deinem Herrn oder zu dir gesandt, damit ich diese Worte rede, und nicht vielmehr zu den Männern, die auf der Mauer sitzen, um mit euch ihren Kot zu essen und ihren Harn zu trinken?“

Jesaja 36,11-12

Pastoren und gute geistliche Leiter können anhand von diesem Anzeichen leicht erkennen, dass sie es tatsächlich mit einem Verführer zu tun haben. Diese Personen versuchen, den Pastor oder Leiter auf ihre Seite zu ziehen oder sie zu kontrollieren (manipulieren), aber wenn sie auf Widerstand stoßen, werden sie nicht zögern, Dinge öffentlich zu machen. Sie wissen, dass ein guter und erfolgreicher Leiter, der Verlockungen widerstehen kann, nur dadurch überwunden werden kann, wenn es gelingt, die Gemeinde gegen ihn aufzubringen. Diese Verführer werden die Situation absichtlich falsch darstellen und den Eindruck erwecken, es drohe eine Katastrophe, wenn ihre Stimme nicht gehört wird, so wie Rabschake es auch tat. Als die religiösen Autoritäten zur Zeit Jesu Pilatus nicht überzeugen konnten, selbst die Verurteilung Jesu zum Tod am Kreuz zu erlassen, brachten sie die Menge gegen ihn auf und stellten Jesus als eine angebliche Bedrohung für das römische Reich dar.

Anwendung: Verführer streben gerne einen Wandel an, indem sie die Gruppe manipulieren, statt dass sie sich auf Gottes Wahrheit stützen. Sie werden nicht zögern, Druck in einer Gemeinschaft aufzubauen und diesen gegen andere zu wenden. Meistens appellieren sie an die Ängste einer Gruppe.

„Und der Rabschake trat vor und rief mit lauter Stimme auf judäisch und sprach: Hört die Worte des großen Königs, des Königs von Assyrien! So spricht der König: Lasst euch von Hiskia nicht verführen, denn er kann euch nicht erretten! Lasst euch von Hiskia auch nicht auf den HERRN vertrösten, wenn er sagt: »Der HERR wird uns gewiss erretten, und diese Stadt wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden«! Hört nicht auf Hiskia! Denn so spricht der König von Assyrien: Macht Frieden mit mir und kommt zu mir heraus, so soll jedermann von seinem Weinstock und von seinem Feigenbaum essen und das Wasser seines Brunnens trinken, bis ich komme und euch in ein Land führe, das eurem Land gleich ist, ein Land voll Korn und Most, ein Land voll Brot und Weinbergen. Lasst euch von Hiskia nicht verführen, wenn er spricht: »Der HERR wird uns erretten!« Hat etwa irgendeiner von den Göttern der Heidenvölker sein Land aus der Hand des Königs von Assyrien erretten können? Wo sind die Götter von Hamat und Arpad? Wo sind die Götter von Sepharwajim? Haben sie etwa Samaria aus meiner Hand errettet? Wen gibt es unter allen Göttern dieser Länder, der sein Land aus meiner Hand errettet hätte, dass der HERR Jerusalem aus meiner Hand erretten sollte?“

Jesaja 36,13-20

• Der erste Angriff bestand darin, dass Rabschake Hiskia und das Volk entmutigte, sich mit Ägypten zu verbünden – was ohnehin kein Bündnis nach dem Sinn Gottes und letztlich eine Sünde war; jetzt greift der Verführer die wahren, von Gott gesetzten Führer an.
• Beide Angriffe versuchen, die Glaubwürdigkeit der wahren Führer in Frage zu stellen.
• Beim ersten Angriff versuchte der Verführer, die Leiterschaft zu bestechen (Jes 36,8); als dies fehlschlug, wandte sich der Verführer an das Volk, um dieses zu bestechen (Jes 36,16-17).

Verführer versuchen stets, die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Sie versuchen immer, wahre Leiter zu diskreditieren, um sich selbst zu erhöhen und um deren Positionen zu übernehmen. Der Apostel Johannes sagte es treffend: „Denn die Ehre der Menschen war ihnen lieber als die Ehre Gottes“ (Joh 12,43).

Aber schlussendlich wird ein Merkmal aller Verführer deutlich. Zuerst behaupten sie, im Willen Gottes zu sein, in Gottes Worten und Wegen zu wandeln und Gottes Führungen zu empfangen. Dann aber fangen sie an, so über den Gott Israels zu sprechen, als wäre er einer unter vielen Göttern. Dies ist ein wichtiger Meilenstein, was geistliche Verführung angeht: Früher oder später verändern Verführer ihre Botschaft; früher oder später kommt ihre wahre Einstellung Gott gegenüber zum Vorschein; früher oder später wird es immer schwieriger, falsche Lehre zu erkennen, weil sie hie und da Wahrheiten in ihre Botschaften einstreuen. Sie lassen außerbiblische Lehren einfließen, die absolut keine Grundlage mehr in der Schrift haben.

Anwendung: Verführer verraten sich dadurch, dass sie alternative religiöse Praktiken einführen, die Gottes Rolle im Leben der Menschen in den Hintergrund drängt. Sie vermischen unbiblische Wahrheiten und Praktiken, um den wahren Glauben und Gehorsam zu schwächen, und sie stellen sogar die Autorität Gottes in Frage.

Ein gutes Beispiel dafür ist Kenneth Copeland, der scheinbar ganz plötzlich verkündigte, jedermann hätte am Kreuz geopfert werden können; es hätte nicht unbedingt Jesus sein müssen. Copeland und andere Vertreter dieser Lehre behaupten tatsächlich, dass sie das gleiche Ergebnis wie Jesus hätten erreichen können, wenn sie am Kreuz geopfert worden wären. Denken Sie daran, was der Apostel Johannes sagte: „Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Dies ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet“ (1Joh 2,22).

Diejenigen, die grundlegende Aspekte der biblischen Lehre über den Vater, den Sohn oder auch den Heiligen Geist leugnen, verraten das wahre Ausmaß ihrer verführerischen Lehren und die Selbsttäuschung, in die sie verstrickt sind.

„Sie schwiegen aber still und antworteten ihm nicht ein Wort; denn der König hatte das Gebot erlassen und gesagt: Antwortet ihm nichts! Darauf kamen Eljakim, der Sohn Hilkias, der über den Palast gesetzt war, und Schebna, der Schreiber, und Joach, der Sohn Asaphs, der Kanzleischreiber, mit zerrissenen Kleidern zu Hiskia und berichteten ihm die Worte des Rabschake.“

Jesaja 36,21-22

Eine der wichtigsten Lehren, die wir im geistlichen Kampf lernen können, ist, dass wir niemals unseren fleischlichen Impulsen nachgeben sollten. Wir denken vielleicht, wir wissen genau, was gesagt oder getan werden muss, in Wahrheit aber müssen wir dem Beispiel Davids folgen und in allen Dingen zuerst den Herrn um Führung bitten. Erinnern Sie sich an die Geschichte, in der die Apostel einen Dämon nicht austreiben konnten (Matthäus 17,14-23); nachdem Jesus ihn ausgetrieben hatte, sagte er: „Aber diese Art fährt nicht aus außer durch Gebet und Fasten.“ Treffen wir auf Verführer, sollte unsere erste und wichtigste Reaktion sein, dass wir Gott suchen und nicht den Impulsen unseres Fleisches folgen.

Anwendung: Riskieren Sie es nicht, Verführer Glaubwürdigkeit zu verschaffen, indem Sie ihnen überhastet und in einer fleischlichen Weise begegnen. Suchen sie stets den Rat des Heiligen Geistes.

„Und es geschah, als der König Hiskia dies hörte, da zerriss er seine Kleider, hüllte sich in Sacktuch und ging in das Haus des HERRN. Und er sandte Eljakim, der über den Palast gesetzt war, und Schebna, den Schreiber, samt den Ältesten der Priester in Sacktuch gehüllt zu dem Propheten Jesaja, dem Sohn des Amoz. Und sie sprachen zu ihm: So spricht Hiskia: Das ist ein Tag der Not und der Züchtigung und ein Tag der Schmach; denn die Kinder sind bis zum Durchbruch gekommen, aber da ist keine Kraft zum Gebären! Vielleicht wird der HERR, dein Gott, die Worte des Rabschake hören, den sein Herr, der König von Assyrien, gesandt hat, um den lebendigen Gott zu verhöhnen, und wird die Worte bestrafen, die der HERR, dein Gott, gehört hat. So lege doch Fürbitte ein für den Überrest, der noch vorhanden ist!“

Jesaja 37,1-4

Was war Hiskias erste Reaktion? Es ist wichtig zu verstehen, dass das Zerreißen der Kleider und das Verhüllen in ein Sacktuch nichts mit Mode zu tun hat. Im Alten Testament ist dies ein Hinweis auf eine dramatische Situation, die mit Trauer und aufrichtiger Buße zu tun hat. Denken Sie daran, dass in der Botschaft des Verführers ein Stück Wahrheit enthalten war. Es ist die Wahrheit, dass Hiskia sündigte, als er auf die Hilfe Ägyptens hoffte, und es stimmt, dass einige der Dinge, die Assyrien tat, in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes waren. Hiskia erkannte etwas Wahres, das allen Gläubigen gilt, nämlich, dass wir unser eigenes Haus in Ordnung halten sollten, bevor wir uns aufmachen, um gegen größere Feinde zu kämpfen. Jesus sagte: „ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen“ (Matthäus 7,5). Jesus hat nie gesagt, dass wir unter keinen Umständen berechtigt wären, Sünde im Leben einer anderen Person anzusprechen, sondern Jesus sah es als Vorbedingung an, dass wir uns zuerst von unseren eigenen Sünden reinigen sollten.

Anwendung: Wir sollten nie dem Feind entgegentreten, ohne zuvor dem Herrn begegnet zu sein. Geistliche Standfestigkeit ist unbedingt notwendig, bevor man in den geistlichen Kampf zieht.

Aber wir können noch etwas Wichtiges von Hiskia lernen. Aus menschlicher Sicht könnte alles, was die Assyrer tun, als ein Angriff auf das Volk Gottes oder auf Hiskia als geistlichen Führer des Volkes gesehen werden. Aber Hiskia hat alleine die richtige Perspektive, indem er erkannte, dass die Aktivitäten des Feindes sich in Wahrheit allein gegen Gott richteten.

Anwendung: Im Laufe unseres Lebens können uns Dinge passieren, die wir als Angriffe auf Gott und nicht auf unsere Person erkennen. Wir können in die Schusslinie geraten, ohne das eigentliche Ziel zu sein.

„Als nun die Knechte des Königs Hiskia zu Jesaja kamen, da sprach Jesaja zu ihnen: So sollt ihr zu eurem Herrn sprechen: So spricht der HERR: »Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, mit denen die Knechte des Königs von Assyrien mich gelästert haben! Siehe, ich will ihm einen Geist eingeben, dass er ein Gerücht hören und wieder in sein Land ziehen wird; und ich will ihn in seinem Land durch das Schwert fällen!«“

Jesaja 37,5-7

Immer wieder ermahnt uns die Schrift: „Fürchte Dich nicht!“ Ja, es ist absolut notwendig, vorbereitet und bereit zu sein, für Gottes Wort und Wahrheit einzutreten. Dennoch verlieren wir so aus den Augen, was Gott von uns persönlich einfordert, wenn wir durch eine Situation hindurch gehen. Gott fordert Glauben und Ausharren in schwierigen Situationen, während Er die Lösung für alle Probleme hat.

Bitte beachten Sie, dass ich nicht der Meinung bin, wir halten still und sagen nichts und gehen einfach blind weiter. Ich weise nur darauf hin, wie unsere erste Reaktion aussehen sollte: Aufrichtige Buße über unsere Sünde und die Suche nach Gottes Rat, was wir tun sollen. Im Falle von Hiskia hatte Gott eine übernatürliche Intervention geplant. In anderen Fällen in der Schrift offenbarte Gott seine Weisungen, was das Volk zu tun hatte. Ein gutes Beispiel ist Jonathans Plan, als er einen überlegenen Feind angreifen wollte. Er schritt erst zur Tat, als er die Bestätigung des Herrn hatte: „Der Herr hat sie in unsere Hände gegeben“ (1Samuel 14,12).

Wir müssen unterscheiden zwischen Verführern, die von außen offen gegen Gottes Wort vorgehen, und solchen, die im Leib Christi ihr verführerisches Werk tun. Wir müssen in der Lage sein, Gläubige über Autoren und populäre Persönlichkeiten im christlichen Fernsehen oder im Internet aufzuklären, deren Lehrmaterialien so leicht verfügbar sind. Diesen Verführern aus dem christlichen Fernsehen oder dem Internet begegnen wir fast nie persönlich. Die gefährlichsten Verführer, mit denen wir uns heute beschäftigen müssen, sind Wölfe im Schafspelz, die sich Zugang zu unseren Gemeinden verschaffen wollen. Wenn Rick Warren in Ihrer Bibelstunde auftaucht, können Sie mit ihm direkt sprechen. Aber viel wahrscheinlicher ist es heute, dass ein Anhänger Rick Warrens in einer Gemeinde für Unruhe sorgt.

Anwendung: Wir sollten Gott niemals begrenzen in dem, was Er durch uns wirken kann, aber in Gottesfurcht sollten wir stets seinen Rat suchen.

„Als nun der Rabschake zurückkehrte, fand er den König von Assyrien im Kampf gegen Libna; denn er hatte gehört, dass er von Lachis abgezogen war. Da hörte [Sanherib] von Tirhaka, dem König von Kusch, sagen: Er ist ausgezogen, um gegen dich zu kämpfen! Als er das hörte, sandte er Boten zu Hiskia und sprach: So sollt ihr zu Hiskia, dem König von Juda, sprechen: Lass dich von deinem Gott, auf den du vertraust, nicht verführen, indem du sprichst: »Jerusalem wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden!« Siehe, du hast gehört, was die Könige von Assyrien allen Ländern angetan haben, wie sie den Bann an ihnen vollstreckt haben; und du solltest errettet werden? Haben die Götter der Heidenvölker etwa die errettet, welche meine Väter vernichtet haben, nämlich Gosan, Haran, Rezeph und die Söhne Edens, die in Telassar waren? Wo ist der König von Hamat und der König von Arpad und der König der Stadt Sepharwaijm, von Hena und Iwa?“

Jesaja 37,8-13

Wie allezeit kommt die Wahrheit schließlich ans Tageslicht. Wie wird das wahre Wesen des Verführers offenbar? „Lass dich von deinem Gott, auf den du vertraust, nicht verführen.“ Die Assyrer nannten den Gott Israels „HERR“ (Jes 36,10); in Jesaja 37,10 sprachen die Assyrer nun von Hiskias HERRN als „deinem Gott,“ was zeigt, dass Er nicht wirklich ihr Gott war. Und im Grunde waren die Assyrer zu der Überzeugung gekommen, dass ihre Religion tatsächlich der israelitischen Religion überlegen sei, denn sie glaubten nicht mehr wirklich, dass ihre anfänglichen Erfolge auf den einzig wahren Gott zurückzuführen waren. Sie waren stattdessen der totalen Selbsttäuschung verfallen, sie könnten alles selbst erreichen. Sie glaubten, sie hätten alles selbst ausgerichtet.

Es gab wahrscheinlich schon früh Warnzeichen, die die Anhänger von Jim Jones – Sektenführer der The People’s Temple - vor einem Massenselbstmord hätten bewahren können. Jim Jones warf seine Bibel auf den Boden und erklärte seinen Anhängern, sie könnten nicht zu Gott kommen, außer durch ihn. Der Tag, an dem David Koresh zu lehren begann, dass nur er seine Anhänger zum Heil führen könne, hätte eigentlich dazu führen müssen, dass sich seine Anhänger sofort von ihm trennten. Derartiges geschieht in unserer Zeit ständig mit bekannten Persönlichkeiten, die so offensichtlich die Menschen verführen, indem sie selbst den Platz Christi einnehmen. Es fasziniert mich, dass ich so oft Joel Osteen sehe, wie er eine Bibel in seinen Händen hält, obwohl er selten oder gar nicht die Wahrheiten der Bibel verkündigt. Sowohl die Verführung durch ihre sogenannten „Dienste“ als auch die persönliche Selbsttäuschung ist unverkennbar.

Anwendung: Verführer erweisen sich immer als Menschen, die Gott nicht fürchten. Tatsächlich kommt in ihnen die Absicht zum Vorschein, die Position Christi einzunehmen, so wie es der Antichrist einmal tun wird.

„Als nun Hiskia den Brief aus der Hand der Boten empfangen und gelesen hatte, ging er hinauf in das Haus des HERRN; und Hiskia breitete ihn aus vor dem HERRN. Und Hiskia betete vor dem HERRN und sprach: O HERR der Heerscharen, du Gott Israels, der du über den Cherubim thronst, du allein bist Gott über alle Königreiche der Erde! Du hast den Himmel und die Erde gemacht. HERR, neige dein Ohr und höre! Tue deine Augen auf, o HERR, und sieh! Ja, höre alle Worte Sanheribs, der hierher gesandt hat, um den lebendigen Gott zu verhöhnen! Es ist wahr, HERR, die Könige von Assyrien haben alle Länder [der Heidenvölker] und ihr Gebiet verwüstet, und sie haben ihre Götter ins Feuer geworfen; denn sie waren keine Götter, sondern Werke von Menschenhand, Holz und Stein, und so konnten sie sie vernichten. Nun aber, HERR, unser Gott, errette uns aus seiner Hand, damit alle Königreiche der Erde erkennen, dass du der HERR bist, du allein!“

Jesaja 37,14-20

Es gibt sehr große Unterschiede in der Art, wie Hiskia die Situation charakterisiert und beschreibt, und wie seine Feinde es tun. Hiskia räumt ein, dass Assyrien erfolgreich war, aber nicht aus den gleichen Gründen, die die Feinde anführen. Hiskia weiß, dass die heidnischen Götter, die Assyrien bis dato besiegte, nicht wirklich Götter waren. Hiskia erkennt auch, dass der Angriff seiner Feinde in Wirklichkeit gegen Gott gerichtet war: „Ja, höre alle Worte Sanheribs, der hierher gesandt hat, um den lebendigen Gott zu verhöhnen!“ Und es ist wichtig zu beachten, dass das, was Hiskia letztlich ersehnt, etwas ganz anderes ist, als das, was der Verführer anstrebt. Hiskias Wunsch, im Gegensatz zu dem Verführer, war es: „O HERR der Heerscharen, du Gott Israels, der du über den Cherubim thronst, du allein bist Gott über alle Königreiche der Erde!“ Mit anderen Worten, Hiskia wollte letztlich nicht sich selbst einen Namen machen und Ehre empfangen, sondern er wollte den einen wahren Gott verherrlichen.

Anwendung: Im geistlichen Kampf sollte es stets unser vorrangiges Anliegen sein, den Namen und die Person Jesu Christi zu verherrlichen, indem wir demütig bleiben. Der Sieg, den wir suchen, sollte Gott erhöhen und nicht uns selbst. Sorgen Sie sich nicht so sehr darum, was andere über Sie sagen, sondern sorgen Sie sich vielmehr, was sie über Gott sagen.

„Da sandte Jesaja, der Sohn des Amoz, zu Hiskia und ließ ihm sagen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Was du wegen Sanheribs, des Königs von Assyrien, zu mir gebetet hast – nun, dies ist das Wort, das der HERR gegen ihn geredet hat: »Es verachtet dich, es spottet über dich die Jungfrau, die Tochter Zion; die Tochter Jerusalem schüttelt das Haupt über dich. Wen hast du verhöhnt und gelästert? Und gegen wen hast du deine Stimme erhoben und deine Augen [stolz] empor gerichtet? Gegen den Heiligen Israels! Du hast durch deine Knechte den Herrn verhöhnt und gesagt: ›Mit der Menge meiner Streitwagen bin ich auf die Gipfel der Berge gestiegen, auf das äußerste Ende des Libanon. Und ich will seine hohen Zedernbäume abhauen und seine auserlesenen Zypressen, und will auf seine äußerste Höhe kommen, in den Wald seines Lustgartens. Ich habe Wasser gegraben und ausgetrunken und trockne mit meinen Fußsohlen alle Ströme Ägyptens aus!‹. Hast du aber nicht gehört, dass ich dies längst vorbereitet und seit den Tagen der Vorzeit beschlossen habe? Nun aber habe ich es kommen lassen, dass du feste Städte zu öden Steinhaufen verwüstet hast. Und ihre Einwohner waren machtlos; sie erschraken und wurden zuschanden; sie wurden wie das Gras auf dem Feld und wie grünes Kraut, wie Gras auf den Dächern und wie Korn, das versengt wurde, ehe es aufgeschossen ist. Ich weiß um deinen Wohnsitz und um dein Aus- und Einziehen, und dass du gegen mich tobst. Weil du denn gegen mich tobst und dein Übermut mir zu Ohren gekommen ist, so will ich dir meinen Ring in die Nase legen und meinen Zaum in dein Maul, und ich will dich auf dem Weg wieder zurückführen, auf dem du gekommen bist!«“

Jesaja 37,21-29

Wie deckt Gott die wahren Motive des Verführers in diesem Konflikt auf? In Vers 23 heißt es ausdrücklich, dass Gott den Assyrern den Vorwurf der Blasphemie macht, und dass er an ihnen tadelt, dass sie ihren Stolz gegen den einen wahren Gott gerichtet haben. Gott schenkte den Assyrern irdischen Erfolg nicht aufgrund ihrer eigenen Werke, sondern weil Er durch sie wirkte. Sehen Sie, wie Gott einen Kontrapunkt zu den lächerlichen Vorstellungen der Assyrer setzt, die tatsächlich zu der Überzeugung gelangt waren, dass sie irgendwie auf der gleichen Ebene wie Gott oder sogar noch höher standen. Satans erste Sünde im Garten Eden verfolgt ihn unerbittlich bis zum Ende in der Offenbarung: Seine Sünde ist vor allem sein großer Stolz. Und das ist immer das Kernproblem im Charakter und Werk eines Verführers.

Anwendung: Wenn eine Person oder eine Gruppe von Stolz motiviert ist, dann zeigt unsere direkte Konfrontation oft nur geringe Wirkung, weil der Stolze sich selbst uns gegenüber als überlegen fühlt und weil er sich Gott nicht unterstellt hat. Deshalb brauchen wir dringend Gottes Eingreifen, damit der Stolz wirksam erschüttert werden kann.

„Und das soll dir zum Zeichen sein: In diesem Jahr werdet ihr Brachwuchs essen und im zweiten Jahr, was von selbst wachsen wird; im dritten Jahr aber sollt ihr säen und ernten und Weinberge pflanzen und deren Früchte essen! Und was vom Haus Juda entkommen und übrig geblieben ist, wird wieder nach unten Wurzeln schlagen und nach oben Frucht tragen; denn von Jerusalem wird ein Überrest ausgehen und Entkommene vom Berg Zion. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies tun! Darum, so spricht der HERR über den König von Assyrien: Er soll nicht in diese Stadt hineinkommen und keinen Pfeil hineinschießen und mit keinem Schild gegen sie anrücken und keinen Wall gegen sie aufwerfen. Auf dem Weg, auf dem er gekommen ist, soll er wieder zurückkehren; aber in diese Stadt soll er nicht eindringen; der HERR sagt es! Denn ich will diese Stadt beschirmen, um sie zu erretten um meinetwillen und um meines Knechtes David willen!“

Jesaja 37,30-35

Wie erweist sich Gott an seinem treuen Überrest? Was ist die Hoffnung, die wir für unsere gegenwärtige Situation schöpfen können? Gott trifft Vorsorge, so dass das Leben und Tun des Volkes Israel wieder vor Gott Bestand hat. Er wird nicht zulassen, dass der Feind Gottes Volk dauerhaft behindert. Wenn es zu seinem Herrn zurückkehrt, wird Er ihm Heilung schenken, weil Treue die Untreue jederzeit überwindet. Das Volk hat den Sieg nicht errungen, weil ihre Argumente besser waren, sondern weil es beharrlich in der Treue zu Seinem Wort und Seinen Wegen wandelt.

Anwendung: Wenn der Feind keine totale Zerstörung erreichen kann, wird er versuchen, uns zu lähmen, indem er unser Potential verschleiert. Menschen, die Gott trotz aller Umstände vertrauen, werden erfahren, dass Er größer ist und alle unsere Probleme lösen kann. Gottes Überrest reicht immer aus, um Gottes Werk voranzutreiben. Gottes Werk wird niemals aufgehalten werden, solange es einen treuen Überrest gibt. Die persönliche treue Nachfolge ist eine der wichtigsten Waffen, die uns im Kampf gegen Verführer im Besonderen und gegen Verführung im Allgemeinen gegeben sind.

„Und der Engel des HERRN ging aus und erschlug im Lager der Assyrer 185 000 Mann. Und als man am Morgen früh aufstand, siehe, da waren diese alle tot, lauter Leichen. Da brach Sanherib, der König von Assyrien, auf und zog fort, und er kehrte heim und blieb in Ninive. Und es geschah, als er im Haus seines Gottes Nisroch anbetete, da erschlugen ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer, mit dem Schwert; und sie entkamen in das Land Ararat. Und sein Sohn Esarhaddon wurde König an seiner Stelle.“

Jesaja 37,36-38

Es muss in uns Gewissheit werden, dass wir den Angriffen des Feindes erfolgreich widerstehen können; aber wir sollten nicht zu überrascht sein, dass wir die Feinde dennoch nicht für Gott gewinnen können. Wenn die Feinde Gottes besiegt sind, lernen sie leider oftmals nichts daraus. Statt, dass sie sich dem einen wahren Gott unterwerfen, wenden sie sich erneut den falschen Göttern zu. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie oft die gleichen Leute von einem falschen Lehrer zum nächsten rennen, von einer falschen Bewegung zur nächsten, von einer Irrlehre zur nächsten? Wir können unsere Herde erfolgreich verteidigen, aber wir werden nicht immer die zurückgewinnen können, die sich vom Licht zur Finsternis abgewandt haben.

Abschließende Anwendung: Der Feind kann bedrohlich erscheinen, was seine Größe, seine Macht und seinen Grimm angeht, aber der Feind vertraut immer darauf, dass Gottes Volk Furcht vor ihm hat und sich einschüchtern lässt. Das wird ihm nur gelingen, wenn Gottes Volk in Unwissenheit über Gottes Wahrheit lebt. Der Feind verrät sich immer durch seine Worte und Taten, die nicht im Einklang mit Gottes Wort stehen. In Wahrheit greift der Feind nicht uns, sondern Gott an - er richtet seine Angriffe letztlich immer gegen Gott selbst. Am Ende werden wir mit Gottes Hilfe stets den Sieg davontragen und es erleben, dass der Feind vor uns weichen muss, aber wir sollten nicht im Geringsten überrascht sein, wenn er seinen Kampf gegen Gott an anderer Stelle fortsetzt.

[Quelle: Dealing with Spiritual Deceivers]